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[ Zur Sache Astrologie ] [ Woher kommt die Astrologie ]
[ Interview in Marie Claire ]
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WAS KANN DIE ASTROLOGIE UND WAS NICHT?
Interview der Zeitschrift MARIE CLAIRE
über
das Handwerk, die Kunden und die Gründe für den Astro-Boom.
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MARIE
CLAIRE: Wie wird man
eigentlich Astrologe?
ALEXANDER
VON DZIEMBOWSKI: In meinem
Fall über die Psychologie. Was den Menschen bewegt,
wie er tickt - das hat mich seit ich denken kann am meisten
interessiert.
Erst mal wurde ich Jurist, dann studierte ich
Tiefenpsychologie am C.G.-Jung-Institut in Küsnacht und an der Uni
Zürich.
Über Jung kam ich fast zwangsläufig in Berührung mit
der Astrologie. Jung hat sich selbst intensiv mit Astrologie befasst
und sogar wissenschaftliche Untersuchungen dazu durchgeführt. Das
war mein Einstieg. Fünf Jahre später, 1982 machte ich
das Hobby zum Beruf.
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MC:
Was kann die Astrologie, das die
Psychologie nicht kann?
AvD:
Beide bieten grundsätzlich Hilfe in schwierigen oder
unklaren Lebenssituationen. Der Psychologe
macht sich aufgrund von Erzählungen und Verhaltensweisen des
Klienten ein Bild von dessen Persönlichkeit. Ein Astrologe kann - ohne
einen Menschen je
gesehen oder mit ihm gesprochen zu
haben - Eigenschaften und mögliche "Verknotungen"
in der Persönlichkeitsstruktur erkennen, allein aus dem Horoskop.
Daher ist Astrologie in gewisser Weise "objektiver". Übrigens auch
wertfrei: Sie beschreibt keine menschliche Eigenschaft als neurotisch
oder unangepasst. Es gibt für sie auch keine guten oder schlechten
Horoskope.
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MC:
Wie machen Sie Ihre Klienten auf
eine brisante Konstellation aufmerksam?
AvD:
Ich erkläre ihm die Bedeutung der
Konstellation und weise gleichzeitig daraufhin, dass sie sich
auf sehr unterschiedliche Weise in seinem Leben zeigen kann.
Es gibt keine unausweichlichen Auswirkungen "der
Sterne". Wir sind alle tatsächlich unseres Glückes Schmied. Sogenannte
brisante Konstellationen lassen sich sogar konstruktiv nutzen,
wenn der Klient verstanden hat, worum es dabei geht. Ihn dabei zu
unterstützen, ist eine der wichtigsten Aufgaben einer
astrologischen Beratung.
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MC: Wer
lässt sich von Ihnen
beraten?
AvD: Die jüngsten Klienten sind Neugeborene.
Viele Eltern lassen schon bei der Geburt ein Horoskop für
ihre Kinder erstellen. Meine älteste Klientin war 89. Zwar
kommen auch viele Männer zur Beratung, aber zahlenmäßig überwiegen
eindeutig die Frauen. Wahrscheinlich sind sie eher zum Aufbruch
und inneren Wachstum bereit.
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MC: Welche Probleme bekommen Sie
immer wieder zu hören?
AvD: Manche Klienten sagen anfangs, sie
kämen aus reiner Neugierde. Aber das ist meist nur
vorgeschoben - dahinter steckt dann doch eine konkrete Schwierigkeit:
unerfüllter Kinderwunsch, eine unglückliche Liebe, Konflikte mit
den Eltern, berufliche Neuorientierung - das ganze Spektrum des
Lebens. Erstaunlich viele Menschen wollen - und das ist erfreulich -
auch
mehr über ihre Persönlichkeit und ihre Entwicklungsmöglichkeiten im
Leben erfahren.
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MC: Wie erklären Sie sich den
derzeitigen Astro-Boom?
AvD: Mit dem auffälligen Wandel im
gesellschaftlichen Bewusstsein. Seit die Grenzen von Materialismus und
Naturwissenschaften deutlicher geworden sind, tritt das Thema Sinnsuche
für viele Menschen wieder mehr in den Vordergrund. Aber genau genommen
war Astrologie schon immer beliebt. Sie hat jetzt aber natürlich schon
auch durch die Medien eine größere Öffentlichkeit.
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MC: Ein deutscher Astrologe hat Anfang 1997 für
Prinzessin Diana
starke Unfallgefährdung vorausgesagt. Kann
Astrologie so etwas wirklich erkennen?
AvD: Eine Unfalltendenz
lässt sich
sehr wohl aus bestimmten Planeten-Konstellationen erkennen. Aber
wie gesagt: Nur eine Tendenz ist sichtbar, nicht ein konkretes
Ereignis. So kann ein Spannungs-Aspekt der Planeten Uranus
und Mars zwar auf ein Unfallrisiko hinweisen. Doch genauso
gut kann sich diese Konstellation innerpsychisch, als erhöhte Unruhe
und
Spannung manifestieren. Oder vielleicht auch
in einem jähen Streit mit dem Nachbarn.
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MC: Woran erkennt man einen seriösen Astrologen?
AvD: Wenn ein Klient aus dem Gespräch
mit dem Gefühl herausgeht, dass ihm ein unausweichliches
Ereignis bevorsteht, hat der Astrologe unseriös gearbeitet. Unseriös
ist weiter zu behaupten, man wisse besser als
der Klient selbst, welche Entscheidung
für ihn richtig ist. Der Astrologe kann nur Hinweise geben - niemand
sollte diese befolgen, wenn die eigene innere Stimme sehr deutlich
etwas
anderes sagt.
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MC: Was kostet eine astrologische Beratung?
AvD: Bei mir 280 Mark. Im allgemeinen
liegt das Honorar zwischen 200 und 500 Mark. Die Beratung dauert 2 bis
2 1/2 Stunden.
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