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Die über ein dreiviertel Jahr
wirksame Saturn/Neptun-Opposition klingt nun im Juli aus. Auf der
kollektiven Ebene der Weltpolitik hat sie ihren abschließenden
Höhepunkt im G-8-Gipfel in Heiligendamm gefunden. Hier die neptunische
Vision von einer heileren Welt, dort die saturnische Notwendigkeit, die
unter Führung einiger der (heute noch) mächtigsten Staaten entstandene
„Weltordnung“ zu stabilisieren. Selbstverständlich kann keine der
beiden polaren Positionen die alleinige Weisheit für sich in Anspruch
nehmen, denn unter den „Neptuniern“ gibt es die Utopisten, die die
gewordenen Verhältnisse total ignorieren wollen. Für sie müsste man
eine ganz neue Welt erfinden. Und unter den „Saturniern“ gibt es die
ewig Gestrigen, die die Herrschaftsverhältnisse von vorgestern
zementieren wollen. Wir wissen alle, dass sich unsere Welt für die
nächsten 10 Jahre oder so in einen nie gekannten Bewusstseinswandel
hineinbeschleunigen wird (und damit schon begonnen hat!), aus dem sich
Formen entwickeln werden, wie wir sie uns heute noch nicht vorstellen
können. Das fordert uns allen mehr als nur bedächtiges
Bewußtseinswachstum ab, sowohl auf persönlicher wie auch auf
kollektiver Ebene. Es ist mittlerweile eine Binsenweisheit, dass nur
ein erhöhtes Bewusstsein unsere Welt retten wird und dazu bedarf es der
Wachsten unter den Idealisten (Neptun) und unter den Realisten
(Saturn), um den Anforderungen der kommenden Jahre gewachsen zu
bleiben. Das ist die politische Zeitqualität, die dieses
Saturn/Neptun-Thema begünstigt und das ist die Berechtigung von
Heiligendamm, auch wenn wir die konkreten Ergebnisse, die dabei
herausgekommen sind, beklagen werden. Der Geist, der sich im
Hintergrund formuliert, ist es, der uns wacher machen wird, wenn Pluto
ab Herbst 2008 endgültig im Steinbock die herrschenden Strukturen, ob
in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft, unter mächtigen
Bewährungsdruck setzt. Damit beginnt astrologisch gesehen eine enorm
intensive Phase der Herausforderungen, wie wir sie schon lange nicht
mehr erlebt haben. Wachen wir also besser heute schon aus unserem
persönlichen Tiefschlaf auf, den wir immer nicht wahrhaben wollen!
Am 28. Juli wird die Venus nach 1 ½ Jahren auf 3° Jungfrau wieder mal
rückläufig, bis sie am 9. September auf 16° Löwe wieder die direkte
Richtung aufnimmt. Die Rückläufigkeit ist die Phase, wenn Venus vom
Abend- zum Morgenstern wird. Etwa 1 Woche nach ihrer Konjunktion mit
der Sonne (am 24.8.) wird sie zum ersten Mal und das dann für ca. 240
Tage am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang sichtbar. Im antiken Mythos (und
auch bei den Mayas und Azteken) deutete man die Tatsache, dass sie in
der Tagesbewegung der Sonne voranging, als ein Zeichen der Tatkraft der
Himmelskönigin, als die sie über Jahrtausende galt. Sie bekam als
Morgenstern immer männlichere Züge und wurde als solche sogar als
Göttin des Krieges verehrt. Zu diesem Symbolverständnis mag auch
beigetragen haben, dass Venus sich in diesen 240 Tagen als Morgenstern
wie auch in der entsprechenden Zeit als Abendstern acht mal, also
einmal im Monat, mit der Mondsichel zusammen am Morgen- bzw. am
Abendhimmel zeigt, ein viel besungenes Geschehen. Am Abendhimmel jedoch
hat sie es mit dem zunehmenden, also gerade aus den Strahlen der Sonne
(der Konjunktion mit ihr!) neugeborenen Mond zu tun, der das Leben
freudig begrüßt und sich gerade aufmacht, es für sich zu gewinnen. Die
morgendliche Mondsichel hingegen deutet ihr Sterben in die gerade noch
nicht aufgegangene Sonne (die abnehmende Konjunktion mit ihr kurz vor
Neumond) hinein an und so scheint sich die Assoziation des sterbenden
Mondes mit der siegreichen morgendlichen Venus hergestellt
zu haben, wodurch sie sich nach und nach zur Kriegsgöttin verwandelte.
Während die Direktläufigkeit eines Planeten das Sammeln neuer
Erfahrungen symbolisiert, weist ein rückläufiger Planet auf vergangene
Erfahrungen. Man verhält sich antizyklisch, entgegen den eingespielten
Gewohnheiten. Das heißt zunächst einmal nur anders als sonst, nicht
richtiger oder verkehrter. Ich wende mich also zurück und zugleich
natürlich auch nach innen, denn die reale Vergangenheit ist nicht mehr
da. Das kann heißen, dass ich einen Fluss der Dinge unterbreche,
vielleicht weil ich Angst vor dem erwarteten Ergebnis habe, eventuell
mit Erfolg nicht umgehen kann. Aber öfter wird es doch vorkommen, dass
die Unterbrechung einer Kontinuität mich aus der Routine holt, aus der
Ermüdung an den Verhältnissen, die durch den rückläufigen Planeten
ausgedrückt werden. Wir lernen nun mal in der Regel nicht beim ersten
Mal die schwierigen Lektionen des Lebens. Wir müssen ihnen immer wieder
begegnen, um ihnen ihr eigentliches Geheimnis zu entlocken. Es schafft
allerdings Beunruhigung, nicht zuletzt bei uns selbst, wenn wir an uns
gerichtete Erwartungen, an denen wir ganz entscheidend mitgestrickt
haben, nun plötzlich nicht mehr zu befriedigen gedenken oder uns
vielleicht auch nur aus einem aus dem Unbewussten aufsteigenden
Unbehagen heraus unkooperativ, jedenfalls anders als bisher verhalten.
Was sagt uns also im Besonderen eine rückläufige Venus, die uns ab Ende
Juli sechs Wochen lang erwartet? Es ist nahe liegend, zunächst an den
Beziehungsbereich zu denken. Wundern Sie sich nicht, wenn äußere
Umstände schneller mal zum Anlass werden, um Ihrem Unmut über bestimmte
Zustände, die sich in ihre wichtigen Beziehungen da und dort
eingeschlichen haben, Ausdruck zu verleihen. Erinnern Sie sich an die
zu etwas kriegerischem Verhalten neigende Venus als Morgenstern, die
sich in der Phase zu etablieren beginnt. Es hängt
allerdings von Ihrem Temperament ab, ob Sie Ihren Unmut oder Ihre
Zweifel zum Ausdruck bringen oder sich nach innen zurückziehen und sich
schwer erreichbar machen. Sich gegen den gewohnten Lauf der Dinge
(Direktläufigkeit!) zu stellen, wird immer ein gewisses Maß an Reibung
erzeugen und damit eben Beunruhigung auslösen. Aber wenn Sie das
vermeiden wollen, obwohl Sie nach der Authentizität Ihrer oder einer
Ihrer Beziehungen gefragt sind, wird es Ihnen noch viel schlechter
gehen, weil Sie einen stärkeren Verdrängungsmechanismus bemühen müssen.
Venus fordert Sie auf, zu Harmonie und Ausgewogenheit zurück zu finden
und damit ja auch Ihr Freudepotential wieder aufzufüllen, um Ihrem
Leben wieder mehr „Eros“ zu verleihen. In einer, auf Venus bezogen
instabilen Phase sollten Sie auch in finanziellen Dingen besonders
achtsam sein, damit eine gewisse Verunsicherung in Ihrem persönlichen
Umfeld nicht auf Ihr Finanzgebaren überspringt und Sie sich womöglich
zu unnötigen Anschaffungen kompensatorisch hinreißen lassen.
Bis zum 11. Oktober, wenn die Venus den Grad des Beginns der
Rückläufigkeit wieder erreicht, ist dieser verstärkte Einfluss in Ihrem
Horoskop spürbar, besonders in dem Haus, in dem die Rückläufigkeit
stattfindet. In den entsprechenden Angelegenheiten des Hauses könnten
Sie recht kreative Prozesse in Gang bringen.
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